21. – 26. August 2017

Das Å & Ø der Ausstellungsentwicklung

Thibaut de Ruyter

Der Kurs richtet sich an Künstler/-innen, Kritiker/-innen, Kurator/-innen und alle, die sich für das Organisieren einer Ausstellung interessieren. Indem ihnen das von Architekten in ihrer täglichen Praxis gebräuchliche Vokabular und Handwerkszeug vermittelt werden (Modelle, Zeichnungen, Fotos etc.), erhalten die Teilnehmer/-innen einen Einblick in das Planen und Organisieren von Ausstellungen. Während der vergangenen 30 Jahre sind Ausstellungen zu einem unabhängigen Sektor in unserer Kulturlandschaft geworden: Manchmal ziehen sie mehr als eine Million Besucher an, sie wirken als Tourismusmagnet oder führen sogar zu Medienskandalen. Einigen Ausstellungen hängt ein fast mythischer Charakter an, obwohl sie seinerzeit kaum Besucher anzogen … Heutzutage werden die Organisatoren von Ausstellungen mit den unterschiedlichsten Ausstellungsräumlichkeiten, der Wirtschaftlichkeit und einer großen Anzahl von Partnern (von Elektrikern bis hin zu Öffentlichkeitsarbeitern, Grafikdesignern, Freiwilligen, von denen Ausstellungsführungen angeboten werden, und natürlich den Künstlern mit ihren Arbeiten) konfrontiert. Im Kurs sollen die Realität der Planung und Organisation einer Ausstellung aufgedeckt und erörtert werden.

Da der Kurs in der ehemaligen Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbunds (ADGB) in Bernau stattfindet, ermöglicht das den Teilnehmer/-innen außerdem, direkt eine wunderbare Architektur „in echt“ zu studieren, das Erbe der Bauhaus-Lehre zu diskutieren (die Versammlung von Künstler/-innen und Architekt/-innen unter einem Dach), und die Betrachtung von Architektur zu erlernen.

Der Kurs versteht sich jedoch auch als Kritik am „white cube“ und als Versuch, einen anderen Ansatz für die Organisation von Ausstellungen zu definieren, als Einblick in die Realität von Ausstellungsflächen. Und zu guter Letzt – da es ja hauptsächlich darum geht, mit den eigenen Händen etwas herzustellen –, auch als „Learning by doing“: Es macht sehr viel Spaß!

Kurs ist ausgebucht

Thibaut de Ruyter ist Architekt, Kurator und Kunstkritiker. Er lebt und arbeitet seit 2001 in Berlin. De Ruyter schreibt regelmäßig für das Magazin ArtPress und ist seit 2007 Mitglied des AICA-France. Unter anderem wirkte er als Kurator für die Ausstellungen „investigating evp“ (resonance fm, London 2006), „Wach sind nur die Geister“ (HMKV, Dortmund 2009 & CoCA, Torun 2010), „Nam June Paik Award 2010“ (Museum Kunstpalast, Düsseldorf 2011) und „Nam June Paik Award 2012“ (Kunstmuseum Bochum, 2012), „Ghosts Off The Shelf“ (Kunstraum Kreuzberg/Bethanien – CTM, Berlin 2012), „The Empty House“ und „Richard Meier – Ein Stilraum“ (Museum Angewandte Kunst, Frankfurt/Main 2013 und 2015), „Digitale Demenz (Artificial Intelligence)“ (Eigen+Art Lab, Berlin 2015), „Die Grenze“ (MMOMA, Moscow 2017) und „A Song for Europe“ (V&A, London 2017).

www.thibautderuyter.com