Ort

Das Kursprogramm der Internationalen Sommerschule Bernau findet in der ehemaligen Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbunds (ADGB) Bernau statt. 1927 beschlossen der ADGB und dessen angegliederte Organisationen einen Ausbildungsstandort für seine Mitglieder zu errichten. Durch einen ausgeschriebenen Wettbewerb wurde nach einem baulichen Konzept gesucht, das Bildung, Sport, kulturelle Aktivitäten und Wohnquartiere für die Gewerkschaftler unter einem Dach vereint. Als Sieger gingen die Architekten Hannes Meyer (1889–1954) und sein Partner Hans Wittwer (1894–1952) hervor.

Gemäß ihrem künstlerischen Anspruch vom Bauen als „gebaute Pädagogik“ entwickelten sie einen einzigartigen Gebäudekomplex, bestehend aus Arbeits- und Wohnräumen inmitten des Bernauer Stadtforsts.

Die Architektur entspricht den Grundsätzen und Ideen des Bauhauses und stellt ein perfektes Beispiel funktionaler Architektur dar. Als leitender Architekt sah Hannes Meyer von jeglicher Form unnützer gestalterischer oder dekorativer Ausdrucksformen ab. So wurden Farben nicht als eigenständig gestalterisches Element verwendet, sondern ausschließlich im Zusammenspiel von Form, Material und Licht. Dieser funktionsorientierte Ansatz lässt sich unmittelbar an dem für den Gebäudekomplex entwickelten Farbschema erkennen, das jedem einzelnen Internatshaus eine Farbe zuordnet, deren Ton sich von Etage zu Etage aufhellt.

Das Baudenkmal besteht aus verschiedenen baulichen Elementen, die im Zusammenschluss eine schlüssige räumliche Einheit entwickeln. Der Entwurf lässt sich unmittelbar aus den wissenschaftlichen Besonnungsdiagrammen, die Meyer und Wittwer in Zusammenarbeit mit einer Reihe von Studierenden entwickelten, in Beziehung setzen. So wurden die Internatshäuser mit Blick in die offene Landschaft und zum angrenzenden See nicht nur hinsichtlich der sensorischen Wahrnehmung der Besucher angelegt. Bei der räumlichen Orientierung machte man sich außerdem die erhobenen Sonnenlauf-Daten zunutze.

Die Architektur des Bauhaus Denkmals Bundesschule hat im Laufe seiner bewegten Geschichte teilwiese dramatische Veränderungen hinnehmen müssen. Im Rahmen einer Ausschreibung durch die Handwerkskammer Berlin als neue Eigentümerin des Gebäudes wurde das Berliner Architekturbüro Brenne Gesellschaft von Architekten mit der Rückführung des Gebäudekomplexes in seinen Originalzustand beauftragt. Für die erfolgreiche Sanierung des Gebäudes erhielt die Brenne Gesellschaft für Architekten 2008 den Knoll Modernism Prize for Restoration.

Weitere Informationen: Bauhaus Denkmal Bernau