23.–28. Juli 2018

Papiertechniken des Bauhauses – von Josef Albers bis heute

Eric Gjerde

Eine der Hauptsäulen des Bauhaus-Vorkurses in den ersten Semestern war die Arbeit mit Papier – eine Auseinandersetzung mit den wesentlichen Qualitäten des Materials und allem, was sich darüber hinaus aus dem „flachen“ Papier ergeben kann. Die Übungen sollten den Studierenden einen Weg der Selbstfindung aufzeigen und waren ein wichtiger Impuls für das „Lernen durch Tun“.

Der Papierkünstler Eric Gjerde führt – ganz im Geiste des Vorkurses von Josef Albers – einen Experimentier- und Forschungskurs durch, bei dem historische Papierkunstübungen und -kreationen des Bauhauses sowie moderne Entwürfe und Ideen, die auf den ursprünglichen Konzepten aufbauen, zum Einsatz kommen. Papierarchitektur, Pop-Up-Strukturen, Origami Tessellations, Kirigami und komplexes Crumpling sind einige der Techniken, die die Teilnehmer/-innen dieses Kurses erforschen werden.

In diesem Kurs werden wir – wie am Bauhaus oder Black Mountain College – diskutieren, offene Übungen und Experimente durchführen und uns einer konstruktiven Gruppenkritik stellen. Die Teilnehmer/-innen werden neue Techniken erlernen und anwenden und ihre eigenen Arbeiten im Geist der Bauhaus-Methodik erstellen. Unsere Absicht ist es, den Horizont zu erweitern und eine neue Sicht auf das Material Papier zu ermöglichen.

Entwickelt für: Alle, die sich mit Geometrie, Form, Struktur und Raum auseinandersetzen möchten (z. B. Designer/-innen, Architekt/-innen und Künstler/-innen). Praktische Kenntnisse im Papierfalten sind nützlich, aber nicht erforderlich.

Kurssprache: Englisch

Bitte mitbringen: Materialien und Werkzeuge werden zur Verfügung gestellt, aber wenn Sie besondere Papiere, Schneidewerkzeuge, Lineale usw. bevorzugen, können Sie sie gerne mitbringen. Im Einklang mit den ursprünglichen Bauhaus-Workshops arbeiten wir mit unseren Händen und grundlegenden Werkzeugen, das heißt in analoger Form.

Eric Gjerde (geboren 1978, Minnesota, USA) ist ein Papierkünstler, der in vielen Jahren des Experimentierens komplexe Falttechniken entwickelt hat, mit deren Hilfe er Formen und Strukturen erforscht. Er begann seine Reise in die Welt des Papiers vor 13 Jahren, als er in einem Versuch, seinen kreativen Geist wiederzuerlangen, zu seiner Liebe zu Papier, die er seit seinen Kindertagen hegt, zurückfand. Hierdurch erlangte er eine tiefgreifende Wertschätzung für die Schönheit von Origami, und das führte schließlich zu der Veröffentlichung seines bekannten Buchs „Origami Tessellations: Awe-Inspiring Geometric Designs“. Das Hauptaugenmerkt seiner Arbeit liegt auf der „Tessellation“-Technik – einem unendlichen Wiederholen von Mustern und Formen – und in jüngster Zeit auch auf der Entwicklung neuer biologischer „lebendiger“ Papierobjekte.
Gjerde arbeitet zusammen mit seiner Frau und künstlerischen Partnerin, Ioana Stoian, von seinem Studio in Minneapolis aus.

Weitere Information: www.ericgjerde.com