July 23 – 28, 2017

Home-less

Isabella Pasqualini & CĂ©line Dupuis

Das Nomadenleben impliziert die kurzzeitige gemeinsame Nutzung eines Zuhauses mit sich selbst. Welche GefĂŒhle stellen sich zu solchen RĂ€umen ein? Ist es möglich, eine architektonische IdentitĂ€t ĂŒber den Besitz hinaus zu erleben? Und können wir mit neuen Technologien virtuelle Welten entwerfen, die Emotionen wie „zu einem Ort zugehörig zu sein“ auslösen anstatt „dieser Ort gehört mir“.

Hannes Meyers’ Co-op-Interieur war mehr als ein Wohnraum, es war ein konzeptuelles Schaubild des Nomadischen. In ihm war man vor allem in einer kontemplativen Wirkung von PrivatsphĂ€re und IntimitĂ€t aufgehoben. Aus diesem Blickwinkel heraus werden wir im Kurs home-less die QualitĂ€ten der WohnrĂ€ume in der Bauhaus Bundesschule untersuchen. Wir werden diesen Raum in eine immersive virtuelle Architektur verwandeln, die nicht nur die Interaktion mit der physischen Umgebung und anderen Bewohnern ermöglicht, sondern die Erfahrung des Raumes ĂŒber die physisch erfahrbaren Eigenschaften hinaus erweitert.

In einem einzigartigen Doppel-Modul bieten die Architektin, VR KĂŒnstlerin und Wissenschaftlerin Isabella Pasqualini sowie die VR Developerin CĂ©line Dupuis ein Design- und Coding-Seminar fĂŒr immersive virtuelle RealitĂ€t in Unity an. Dieser Kurs wendet sich an KĂŒnstler/-innen, Designer/-innen, Kurator/-innen sowie an Programmierer/-innen und andere Entwickler/-innen. Das Resultat wird eine interaktive, vernetzte virtuelle Architektur sein.

Entwickelt fĂŒr: KĂŒnstler/-innen, Designer/-innen, Kurator/-innen und jede/jeden mit
fortgeschrittener Erfahrung in 3D, Animation oder Videoschnitt (Modul 1)

Ingenieure und Kreative mit Programmierkenntnissen in C#, C++, Python, Javascript oder Processing (Modul 2)

Kurssprachen: Englisch, Französisch, Deutsch

Bitte mitbringen: Laptop

Isabella Pasqualini ist Architektin (ETHZ 2000) und Forscherin. In ihren Arbeiten befasst sie sich mit der gegenseitigen und intimen Beziehung zwischen Körper und Raum in immersiven und interaktiven Multimedia, mit besonderem Interesse in der multisensorischen Erweiterung des Horizonts. Isabella hat in Architektur und kognitiver Neurowissenschaft zum Begriff der Verkörperung promoviert (EPFL 2012) und ihre Forschungsprojekte in der wissenschaftlichen Fachpresse publiziert. FĂŒr das Post-Doc Projekt “Visual Touches – Touching Views” am Center of Neuroprosthetics (EPFL) hat sie 2013 den Fellowship Grant der Cogito Stiftung erhalten. Momentan ist sie Gastforscherin am Center of Neuroprosthetics (EPFL) in Genf und Gastprofessorin an der École Nationale SupĂ©rieure d’Architecture de Versailles. Isabella hat eine neue Stadt in Angola geplant, sowie ein temporĂ€res BankgebĂ€ude in Luanda gebaut. Sie hat verschiedene internationale Wettbewerbspreise gewonnen und ihre Arbeiten wurden in der Schweiz und im Ausland prĂ€sentiert (Venedig Biennale, Stadt Rom, Stadt Helsinki, EPFL sĂŒd, Beijing Design Week, Beijing Triennale, Shanghai Art, Science & Technology Exhibition, SAST Award, Swiss Art Awards, EAC ‘Les Halles’, Werkschau Architektur 2015). Sie war Gastprofessorin an der Kunstakademie der Tsinghua UniversitĂ€t in Beijing, Gastdozentin an der ZĂŒrcher Hochschule der KĂŒnste, an der UniversitĂ  IUAV in Venedig, und Dozentin an der School of Engineering and Architecture der EPFL in Zusammenarbeit mit den Digital Humanities (EPFL) und der Stadt Venedig.

CĂ©line Dupuis ist eine Digital Media Ingenieurin, die an die Fusion von Kunst und Wissenschaft glaubt. Nach einem ersten Studium an der EPFL studierte sie Informations- und Kommunikationstechnologie an der UCL London und der KTH Stockholm und schloß mit einem doppelten Master ab. In der Vergangenheit lehrte sie Kurse und Workshops zu mobilen Anwendungen, Roboterprogrammierung und immersiven Umgebungsentwicklungen. Sie beantwortet gerne praktische BedĂŒrfnisse mit digitalen Mitteln und arbeitet derzeit mit Virtual Reality an der Rehabilitation von HirnschĂ€den. Informieren Sie sich ĂŒber ihre verschiedenen Projekte auf http://celinedupuis.tech